Mein Adventskalenderbeitrag bei Applytree

Die stressige Adventszeit ist vorbei und ich hoffe ihr könnt ein bisschen entspannen. Bei mir ist alles Roger. Ich kopier hier mal meinen Beitrag zum Adventskalender bei Applytree, am 14.Dezember war ich dran. Viel Spaß beim Nachmachen!

Hallo, ich heiße mit bürgerlichem Namen Sara, geboren in Schweden, aufgewachsen in Österreich, 36 Jahre alt, verheiratet, einen 8-jährigen Sohn und wohnhaft außerhalb Wiens.
Seit ca 6 Jahren bin ich aufgrund einer chronischen Muskelerkrankungen auf den elektrischen Rollstuhl angewiesen. Da es fast unmöglich ist Kleidung von der Stange zu finden, die den funktionellen Ansprüchen entspricht, habe ich angefangen auch mir Kleidung zu nähen, und nicht nur meinem Sohn. Mittlerweile nähe ich meine komplette Garderobe selbst. Da es im Rollstuhl viel angenehmer ist „weiche“ Kleidung zu tragen, vernähe ich für Kleidung eigentlich nur Jersey. Über das world wide web habe ich dann mal einen breit gestreiften Baumwolljersey erstanden und dachte „JA! Sowas will ich!“. Weich und dick und kuschelig, griffig und bunt! Durch Glück und Detektivarbeit habe ich den Hersteller ausfindig gemacht und konnte nicht anders als mir eigene Streifen produzieren zu lassen. Da ich niemals die erforderliche Mindestbestellmenge selber vernähen kann, müsst ihr mir helfen, es gibt sie im Webshop stoffprinzessin.at, den ich und mein Mann Daniel betreiben, zu kaufen.
Generell bin ich ja ein Verfechter des DIY  – und ein großer Verehrer der Grand Dame des DIY: Vivienne Westwood. Schnittmuster sind ja schön und gut, und oft auch unentbehrlich wenn´s an Schneidern geht. Aber kochen wir wirklich alle gerne streng nach Rezept?! Ist doch sooo langweilig. Jersey als Material erfordert zwar Erfahrung beim Verarbeiten, im Gegenzug verzeiht er uns jedoch so einige Fehler, die später nicht weiter auffallen. Also, ran ans Zeug – nur keine Scheu!
Heute wollte ich mal ein bisschen mit Streifen spielen! Habt ihr Lust? Ich zeige euch wie ich dieses Shirtkleid/Fledermaustop für meine Mama genäht habe.
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Ich habe ein Schnittmuster aus der ersten Ausgabe von „CUT – Leute machen Kleider“ verwendet, ihr könnt dieses Streifenspiel aber mit jedem beliebigen Shirt-Schnittmuster, das ihr zu Hause habt und gerne verwendet, machen. Fledermaustops haben den Vorteil, daß ihr nur 1 Vorderteil und 1 Rückenteil habt. Ihr könnt auch anhand eines gekauften Shirts euren eigenen Schnitt machen indem ihr das Shirt, wie auf dem Bild gezeigt, der Länge nach mittig faltet und auf den im Stoffbruch liegenden Stoff legt. Da ihr wisst wie das Shirt sitzt, könnt ihr leicht Ärmellänge und Weite selber designen. Wie schon gesagt – traut euch ruhig!
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Ich habe den Halsausschnitt vorne und hinten gleich tief ausgeschnitten. Später kommt da noch ein Bündchen dran.
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Wichtig für das spätere Streifenspiel ist, daß der Schnitt von ca Unterbrusthöhe gerade hinunter verläuft: nicht tailliert und nicht ausgestellt. Jetzt schneidet ihr das Vorderteil aus und legt es als Vorlage nochmal auf den Stoff im Stoffbruch und schneidet ein identes 2.Teil aus. (Stoffverbrauch je nach gewünschter Länge des Shirts 1,5-2m)
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Dann legt ihr Vorder- und Hinterteil entweder rechts auf rechts oder links auf links aufeinander. Das ist sehr wichtig sonst funktioniert das mit den Streifen nicht! Also rechts auf rechts oder links auf links. Jetzt messt ihr die untere Breite (Balken B auf dem Bild). Genauso lang wie B ist muß jetzt A werden, sodaß ein rechtwinkeliges Dreieck entsteht, ein halbes Quadrat. Und jetzt schneidet ihr das Dreieck ab, entlang des Massstabs am Bild. Vorderteil und Hinterteil liegen aufeinander, ihr schneidet also durch beide Lagen und habt jetzt 2 Dreiecke. Jetzt passt das Dreieck vom Vorderteil mit den Streifen von oben nach unten auf das Hinterteil und umgekehrt. Und so näht ihr die Dreiecke mit der Overlock oder Overlockstich an der normalen Nähmaschine wieder an. Ich habe die Naht mit 3-fach Geradstich (oder einem anderen Stretchstich oder Covernaht) von rechts abgesteppt. Jetzt habt ihr wieder 2 Teile, ein Vorder- und ein Hinterteil. Das Bild ist ganz schrecklich, aber Winterdunkelheit und begrenzte Zeit tagsüber zu fotografieren herrschen zur Zeit einfach vor.
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Für einen Gummitunnel je einen Streifen vom Stoff der ca 2 cm breiter ist als der Gummi auf die linken Seiten ca 50 cm unter dem Halsausschnitt stecken und mit einem Stretchstich festnähen. (Stoff für Tunnel muß nicht versäubert werden, Jersey franst nicht aus)
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Gummi mit Hilfe einer Sicherheitsnadel durch den Tunnel fädeln und an beiden Seiten mit einer Stecknadel fixieren. Dazwischen rafft sich nun der Stoff leicht.
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Vorder- und Hinterteil rechts auf rechts legen und mit der Overlock zuerst die Seitennähte schließen (darauf achten daß Gummi auf Gummi liegt). Dann die Schulternähte schließen. Für den Halsausschnitt passenden Bündchenstoff (ca 5-6 cm breit mal Länge des gesamten Halsausschnittes minus 20-25%) schneiden und rechts auf rechts zu einem Ring zusammennähen. Bündchen links auf links doppelt falten und so anstecken daß er gleichmäßig gedehnt wird, dann annähen. Eventuell absteppen. Ärmel und unteren Abschluss säumen.
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4 Kommentare zu “Mein Adventskalenderbeitrag bei Applytree

  1. Pingback: Märchenhafte Qualität. Oder: Achtung, Schleichwerbung für die Stoffprinzessin. | ichjetztauch

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